Aussichtstürme in der Lausitz und Sachsen

oder: hoch hinaus!

Aussichtstürme… seit je her faszinierende Bauwerke, die einen atemberaubenden Blick auf malerische Panoramen erlauben. Die erhabene Perspektive, der frische Wind, der den ein oder anderen Gedanken einfach davon weht, beeindruckende Ausblicke, bei denen man sich als Mensch auf einmal ziemlich klein fühlt – oder einfach nur genau so klein ist, wie man in Wirklichkeit auf der Welt einfach ist…
Ich glaube auf mich haben sie noch einmal eine ganz besondere Anziehungskraft. Liegt es an meiner, meiner Meinung nach mangelnden Körpergröße? Oder daran, dass ich das elektrisierende Kribbeln vom Bauch bis in die Haarspitzen so sehr mag?

Ich habe versucht die Frage auf meinen Besuchen verschiedener Aussichtstürme zu ergründen, so ganz schlau bin ich noch nicht geworden. Dafür kann ich inzwischen von mir behaupten, ich „sammle“ Aussichtstürme – und teile meine „Sammlung“ mit euch, falls auch ihr einmal hoch hinaus wollt. 

In diesem Beitrag findet ihr:

  1. Turm am Schweren Berg
  2. Rostiger Nagel
  3. Besucherbergwerk „F60“
  4. Aussichtsturm „Meuro-Stolln“
  5. Steinitzer Treppe
  6. Aussichtsturm am Felixsee
  7. Weifbergturm
  8. Greifensteine
1) F60 2) Mero-Stolln 3) Rostiger Nagel 4) Steiniger Treppe 5) Felixsee 6) Turm am Schweren Berg 7) Greifenstein 8) Weifbergturm

ANMERKUNG:
Alle Angaben der Preise und Öffnungszeiten sind ohne Gewähr! Bitte checkt vor eurem Ausflug die Gegebenheiten! An einigen Orten kann man ausschließlich bar und mit Kleingeld zahlen.
Ich gebe euch in meinem Beitrag lediglich eine Momentaufnahme und meine Meinung wieder. Ich handle zu keiner Zeit im Auftrag eines Unternehmens.

Turm am Schweren Berg

Am nördlichen Ende des Tagebau Nochten, nahe bei Weißwasser, an der ehemaligen B 156 liegt der Turm am Schweren Berg. Am Ende einer Sackgasse finden sich ein Parkplatz, inklusive Zapfsäulen für Elektroautos, ein Informationszentrum und Café (beides leider geschlossen, Stand: Mai 2023) und der Aussichtsturm. 161 Stufen führen 30 Meter in die Höhe. 
Auf den einzelnen Etagen gibt es Infotafeln, die darüber informieren, was man in der Ferne erspähen kann: die Stadt Weißwasser, den Tagebau Nochten, die wieder aufgeschütteten Erdmassen, die Zeuge der begonnenen Rekultivierung des Landes sind, das Kraftwerk Boxberg und das satte, endlose Grün der Lausitzer Waldlandschaft.
Rund um den 2008 eingeweihten Turm gibt es einige Möglichkeiten zu picknicken, das geschlossene Café ist also bei entsprechender Vorbereitung nicht weiter dramatisch.
In der weiteren Umgebung liegt ein Findlingspark, der Rhododendronpark Kromlau inklusive Rakotzbrücke und ein weiterer Aussichtsturm. 

Öffnungszeiten:Mittwoch bis Sonntag
11:00 – 17:00 Uhr
(Stand: September 2023)
Ganzjährig geöffnet
Eintritt:frei
Ort/Anschrift:Weißwasser
Schwerer Berg 2, 02943 Weißwasser/Oberlausitz
Höhe/Stufen:30 Meter hoch, 161 Stufen
Bistro/Verpflegung:Ja, leider geschlossen
Parkplätze: Kostenfrei, direkt am Fuße des Aussichtsturms
Und zwei Elektroladestationen

Rostiger Nagel

Der rostige Nagel ist eine der bekanntesten Landmarken im Lausitzer Seenland. Direkt zwischen der Mündung des Sornoer Kanals zum Sedlitzer See liegt der Aussichtsturm aus 111 Tonnen rostrotem Corten-Stahl. 162 Stufen führen auf 30 Meter Höhe. Man überblickt das Lausitzer Seenland – den Sedlitzer, Partwitzer und Geierswalder See. In der Ferne entdeckt man ebenfalls den Windpark Klettwitz und die Kraftwerke Boxberg und Schwarze Pumpe. 
Nach 70 Tagen Bauzeit wurde der Turm am 23. Oktober 2008 eröffnet.
Am Fuße des Turms laden Bänke zum Verweilen ein, ein Bistro verköstigt die Besucher mit Eis, Kaffee und kleinen Snacks. Wem die Höhe des Turms auf den Magen schlägt findet auch entsprechend stille Örtchen. Kostenfreie Parkplätze stehen ebenfalls zur Verfügung.
Der See lädt zum Spazieren ein. Skater und Radfahrer tummeln sich auf den gut ausgebauten Wegen rund um den See.
Wer mehr über den Turm wissen möchte, ich habe ausführlich über den Turm im Beitrag „mit Holly zum Rostigen Nagel“ geschrieben.

Öffnungszeiten:Rund um die Uhr ganzjährig geöffnet
Eintritt:frei
Ort/Anschrift:Sornoer Kanal, 01968 Senftenberg
Höhe/Stufen:30 Meter, 162 Stufen
Bistro/Verpflegung/WC:ja
Parkplätze:kostenfrei, direkt am Aussichtsturm

Besucherbergwerk „F60“

Die F60 – aufmerksame Leser meines Blogs/Verfolger meines Instagram-Feeds werden es wissen: Es ist einer meiner Lieblingsorte schlechthin. Kein ganz klassischer Aussichtspunkt, aber ein Punkt mit einer atemberaubenden Aussicht. 
Die F60 ist eine ehemalige Förderbrücke am Fuße des Bergheider Sees nahe Lichterfeld-Schacksdorf (bei Finsterwalde). 
11.000 Tonnen Stahl liegen auf einer Länge von 502 Metern in der Landschaft wie ein schlafender Dinosaurier. Von März 1991 bis zum Juni 1992 war die Brücke im Einsatz, im Hoch- und Tiefschnitt wurden 60 Meter Boden abgetragen (daher übrigens auch der Name „F60“). 
Die Dimensionen sind gewaltig, genau wie der Eindruck, den die „F60“ jedes Mal aufs neue bei mir hinterlässt… ich könnte mich in der Geschichte dieser Abraumförderbrücke verlieren, zumal sie für mich ganz persönlich eine ganz besondere Bedeutung hat. Wen’s interessiert: „Mit Holly zur F60“.

Öffnungszeiten:Montag-Freitag & Sonntag:
10:00 – 18:00 Uhr
Samstag: 10:00 – 20:00 Uhr
Eintritt:Nur Besucherbergwerk: ab 2,50 € p.P.
Inkl. großer Führung (etwa 90 Minuten) auf die Brücke: 14,00 € p.P.
Ort/Anschrift:Bergheider Straße 4, 03238 Lichterfelde-Schacksdorf
Höhe:ca. 80 Meter
Bistro/Verpflegung/WC:ja
Parkplätze:ja, mit Parkticket
Weitere Infos: offizielle Webseite des F60 (externer Link)

Aussichtsturm „Meuro-Stolln“

Versteckt im Wald am Rande des Städtchens Schipkau findet sich im Lausitzer Seenland der Aussichtsturm Meuro-Stolln.
Am Fuße des Hügels, auf dem sich der Aussichtsturm befindet, hat man die Möglichkeit sein Fahrzeug kostenfrei abzustellen. Auch der Zugang des stillgelegten Stollen ist zu besichtigen. Wenige Schritte führen zum Fuße des Turms, 144 Stufen führen auf etwa 27 Meter Höhe. Hat man die Stufen erklommen, blickt man in die grüne Lausitzer Landschaft. Unter den Besuchenden erstreckt sich der Lausitzring, der Solarpark Meuro, der Windpark Klettwitz, der Senftenberger See. In naher Entfernung steht als Landmarke ein alter Schaufelradbagger. Bei guter Sicht erkennt man die Kraftwerke Schwarze Pumpe und Boxberg.
Der Turm wurde 2003 auf dem Gelände einer ehemaligen Brikettfabrik aus verzinktem Stahl erbaut. Er soll an den Hörlitzer Wasserturm erinnern, der bis 1965 an der gleichen Stelle stand. 

Öffnungszeiten:Sommer: (1.4.-30.9.)
Montag bis Freitag: 9:00 – 19:00 Uhr
Samstag & Sonntag: 10:00 – 19:00 Uhr

Winter: (1.10.-31.3.) 
Montag bis Freitag: 9:00 – 17:00 Uhr
Samstag & Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr

Bei Veranstaltungen auf dem Lausitzring ist der Turm geschlossen!
Eintritt:kostenfrei
Ort/Anschrift:Lange Straße 71, 09168 Schipkau
Höhe/Stufen:etwa 27 Meter, 144 Stufen
Bistro/Verpflegung/WC:nein
Parkplätze:kostenfrei

Steinitzer Treppe

Am nördlichen Rand des Tagebaus Welzow-Süd auf 171 Meter über Normalnull thront die 117 Tonnen schwere „Steinitzer Treppe“. Ein Aussichtsturm, der in Form einer Treppe gestaltet ist, soll an die Ausleger des schweren Geräts aus dem Bergbau erinnern. So sollen auch hier Zukunftsvision und Vergangenheit der Region miteinander verbunden werden. 
101 Stufen führen zum Ausblick: Im Süden erstreckt sich das Oberlausitzer Bergland. Bei Klarer Sicht erspäht man auch die unverwechselbare Kuppel des Tropical Islands. Im Rundblick schaut man über den bereits teilweise rekultivierten Tagebau Welzow-Süd und die Lausitzer Landschaft.
Kostenfreie Parkplätze stehen zur Verfügung, ein WC-Häuschen war vorhanden, aber leider verschlossen. Vom Parkplatz aus führt ein sehr gut ausgebauter Weg zur Treppe, die wie ein schlafender Dinosaurier umgeben von Wald ruht. Infotafeln geben auf deutsch und englisch einen kurzen Einblick in die Bedeutung des Tagebaus und zu den technischen Daten der Treppe.

ÖffnungszeitenIm Sommer rund um die Uhr geöffnet,
bei schlechter Witterung, Eis und Schnee geschlossen
Eintritt:kostenfrei
Ort/Anschrift:Drebkau
Stufen:101 Stufen
Lift vorhanden, leider außer Betrieb
Bistro/Verpflegung/WCWC vorhanden, leider verschlossen
Parkplätze:kostenfrei

Aussichtsturm am Felixsee

Auch einer der Orte an denen ich ziemlich still ziemlich häufig war – der Aussichtsturm am Felixsee. Eigentlich begann an diesem Turm die Reise zu allen anderen Aussichtstürmen. Nur wusste ich, als ich das erste Mal hier war, noch nichts davon. Zu groß war die Aufregung den sicheren Boden unter mir zu verlassen, zu elektrisierend das Kribbeln unter meiner Haut, das mit jeder Stufe weiter anstieg. 
Der Aussichtsturm am Felixsee ist übrigens der, der nicht all zu weit vom Turm am Schweren Berg entfernt ist. Zum Männertag 2023 führte meine Ausflugstour (mit Dori (meinem Auto), nicht Holly) zum Turm am Schweren Berg, in den Rhododendronpark Kromlau und schließlich zum Aussichtsturm am Felixsee. 

Der 2004 eingeweihte Turm erhebt sich über drei Plattformen auf 36 Meter Höhe. Auf Infotafeln auf den ersten beiden Plattformen wird die Geschichte des Tagebaus und der Region erzählt. 160 Stufen steigt man nach oben um den kleinen See und das Lausitzer Waldland zu überblicken. Windpark Klettwitz, Schwarze Pumpe und Boxberg erahnt man in der Ferne. 
Kostenlose Parkplätze stehen in wenigen Gehminuten Entfernung zur Verfügung. WC und Bistro sucht man jedoch vergebens. Im Sommer lädt der See zu einem erfrischenden Bad an, in der Regel sind hier sehr wenig Besucher und man kann die Stille der Natur genießen. 

ÖffnungszeitenRund um die Uhr
Eintritt:kostenfrei
Ort/Anschrift:Felixsee
Höhe/Stufen:160 Stufen, 36 Meter
Bistro/Verpflegung/WCnein
Parkplätze:kostenfrei

Weifbergturm

Der letzte Aussichtsturm in meiner Liste führt in die Nähe von Hinterhermsdorf bei Sebnitz: der Weifbergturm. 
In der DDR war der Weifberg Aussichtspunkt der Grenzpolizei, der Turm wurde von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Nach der Wende entstand der heutige Aussichtsturm mit Blick über das Elbsandsteingebirge. Genau gesagt überblickt man die Hintere Sächsische Schweiz, das Lausitzer und Böhmische Bergland bis ins Osterzgebirge. 
Der Weifberg ist etwa 477 Meter hoch, die Aussichtsplattform des Turms befindet sich auf ca. 32 Meter Höhe. Das Wort „Panoramablick“ wird der einmaligen Aussicht, die man genießen kann, wenn man die 173 Stufen nach oben gestiegen ist, gerade so gerecht. 
Am Tag unseres Besuches wehte auf der obersten Plattform eine frische Brise, die keinen Raum für schwere Gedanken ließ. 
Am Fuße des Berges laden mehrere Picknickhäuschen zum verweilen ein, ein kleiner Spielplatz für die kleinen (und klein gebliebenen) Besucher ist ebenfalls vorhanden.
Mit Parken ist es ein wenig schwierig…. Wir parkten (vermutlich nicht ganz offiziell) am Ende der Straße am Übergang zum Wanderweg. Vermutlich ist es besser den Turm direkt in eine Wanderung mit einzuplanen oder gegebenenfalls mit dem Fahrrad zu besuchen.

Öffnungszeiten:Rund um die Uhr
Eintritt:kostenfrei
Ort/Anschrift:Weifbergturm
Höhe/Stufen:173 Stufen, Aussichtsplattform auf ca. 32 Meter Höhe
Gesamthöhe: 36 Meter
Bistro/Verpflegung/WC:nein
Parkplätze:nein

Greifensteine

In der fast gänzlich entgegengesetzten Richtung liegen die Greifensteine. Auch dieser Punkt ist kein klassischer Aussichtsturm an sich – es handelt sich viel mehr um eine einzigartige Felsformation auf deren „Gipfel“ eine Aussichtsplattform ist. Die Greifensteine sind zudem Ausgangspunkt für viele Wanderungen, eine Felsenbühne ist ebenfalls nicht weit entfernt, genau wie ein Abenteuerspielplatz für Kinder. Es bietet sich an hier zu Wandern und so die Region zu entdecken.

Meine Intension zu den Greifensteinen zu fahren war eine andere; es war meine erste lange Tagestour, die ich mit Holly unternommen habe. Natürlich gibt es auch hier einen ausführlichen Beitrag: Mit Holly zum Greifenstein.
Der Aussichtsfelsen hat eine Gesamthöhe von 731 Metern, es gibt verschiedene „Etagen“ von denen man den Blick weit über markante Erhebungen der Landschaft gleiten lassen kann. Die bekannteste Erhebung ist wohl der Fichtelberg. Pöhlberg und Augustusburg sind ebenfalls zu sehen, auch Berglandschaft hinter der tschechischen Grenze sind auszumachen. 
Kommt man zur rechten Zeit, kann man hier sehr schöne Sonnenuntergänge genießen. 😉 

Öffnungszeiten:witterungsbedingt geöffnet
täglich, von 8:00 – 19:00 Uhr
Eintritt:1 € um durchs Drehkreuz zu gelangen
Ort/Anschrift:Greifensteine, 09427 Ehrenfriedersdorf
Höhe/Stufen162 Stufen, teils Naturstein, teils Lochgitter
Gesamthöhe der Felsenformation: 731 Meter
Bistro/Verpflegung/WC:ja
Parkplätze:ja, mit Parkschein

Mein Entdeckergeist für Aussichtstürme ist grade erst geweckt – definitiv werde ich mir die Welt noch ein bisschen mehr von oben anschauen. Und mal sehen, ob ich dann auch Ergründen kann, warum genau ich Aussichtstürme so faszinierend finde…

Ein Kommentar zu “Aussichtstürme in der Lausitz und Sachsen

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