Oder: eine viel zu kurze Auszeit auf Fehmarn
Es ist diese Zeit des Jahres: Beinahe alle Menschen Deutschlands sind unterwegs, nur um von zu Hause nach irgendwo anders zu fahren. Blechlawinen rollen über Autobahnen – von Nord nach Süd, West nach Ost und allen Konstellationen dazwischen. Natürlich bin auch ich mittendrin, statt nur dabei.
Wobei… so richtig mittendrin auch irgendwie wieder nicht. Reisen, wenn sonst keiner reist – an Orte, an die vielleicht nicht ganz so viele Menschen reisen. Raus, in die Natur, die Ruhe genießen und den Alltag vergessen. Das ist der Plan!
Nach ewigem Suchen, Abwägen, erneutem Suchen und am Ende dann doch aufs Bauchgefühl hören, stand das Ziel fest: ein familiär geführter Campingplatz am nördlichen Ende Fehmarns. Die Reise beginnt mitten in der Nacht, bereits um halb sieben liegt Berlin ein gutes Stück hinter uns.

Gegen 11:00 Uhr stand ich mit meinen Füßen im Sand, hörte das Rauschen der Wellen, spürte die leichte Brise, die meinem unordentlichen Dutt endgültig den Rest gab. Ich fühlte mich angekommen. Voll und Ganz. Im Herzen bin ich, glaube ich, inzwischen mehr Küstenkind als Bergmädchen.
Noch auf der Fahrt, keine 100 km nach dem Start, sagte ich: „Ich freue mich so sehr darauf heute Mittag am Meer zu sein. Es fühlt sich an, als würde ich nach Hause fahren.“
Vielleicht sitzen mein Herz und meine Seele nicht mehr in einer sagenhaften Höhle inmitten der Sächsischen Schweiz. Vielleicht sind sie still und heimlich weitergezogen, als sie bereit dazu waren.

Darum geht’s in diesem Beitrag:
- Angekommen
- Neuer Skandinavienkai
- „Grüner Brink“
- „Ostseestöpsel“ bei Westermerkelsdorf
- Leuchtturm „Westermerkelsdorf“
- Aussichtsturm „Utkieker“
- U-Boot & Seenotrettungsmuseum
- Meeresweltenzentrum
- Schmetterlingspark
- Karls & Galileo Wissenswelten
- Das Steinlabyrinth

Angekommen
Wir beobachten Möwen, die sich am Strand um den besten Jagdplatz kabbelten, Fähren und Frachter, die am Horizont vorbei zogen, Wolken, die sich am Himmel gegenseitig jagten und einen Kitesurfer, der sein Glück in den Wellen suchte. Ein kleiner, neugieriger brauner Hase traute sich nah an uns heran. Als wir ihn entdeckten, war er nicht mehr so mutig und versteckte sich schnell unter riesigen Brombeer- und Rosensträuchern, mit denen man nicht auf Tuchfühlung gehen möchte.
Gleich am zweiten Tag landete unser Drachen nach einem ungeschickten Stolperer genau mittig auf einem dieser riesigen Sträucher. Die Rettungsaktion verlief ziemlich blutig, den weiteren Urlaub zierten feine Kratzer meine Arme und Beine. Das Gebüsch hat sehr deutlich gemacht, was es von ungebetenen Besuchern hielt… Weitere Begegnungen wurden tunlichst vermieden.
Willkommener waren wir hingegen an den unzähligen Fischbrötchenbuden, die unsere Ausflugsziele säumten.
Neuer Skandinavienkai

Eines unserer ersten Ziele war der Neue Skandinavienkai in Puttgarden. Am Abend zuvor beobachteten wir, wie unzählige Fähren hinter einer Landzunge verschwanden und wieder auftauchten. Ein schneller Blick auf Google Maps verriet: Hinter der Biegung verbirgt sich ein Hafen. Die Neugierde siegte, so war der erste Ausflug für den nächsten Tag geplant.
Etwa 20 Minuten fuhren wir über schmale Straßen, bei denen ich mich nicht nur einmal fragte: „Ist das überhaupt eine offizielle Straße?“ (Das war übrigens meine innerliche Frage Nummer 1, die ich mir immer wieder stellte.)
Wir fanden einen sehr offiziellen Parkplatz am Ende einer dieser Straßen, entrichteten die Parkgebühr, die man hier überall zu zahlen hat und die sich auf insgesamt ca. 4-5€ pro Tag belief.
Puttgarden ist durch die „Vogelfluglinie“ bekannt geworden – und durch seinen Fährhafen mit dem angrenzenden Bordershop. Wer bei „Vogelfluglinie“ jetzt erstmal an Zugvögel und deren Reiseroute denkt, liegt nicht ganz falsch. Der Name der Route für humanoide Lebensformen, die von Hamburg nach Kopenhagen führt, leitet sich von der Flugroute der Kraniche und anderer arktischer Vögel ab, die über Mitteleuropa und Skandinavien fliegen.

Der Neue Skandinavienkai ist eine Mischung aus Steg und begehbarer Hafenwand. An deren Ende kommt man den Fähren, die im 30 Minutentakt ein- und auslaufen, ganz nah. Nicht einmal 15 m entfernt gleiten die riesigen Fähren begleitet vom leisen Rauschen des Wassers an staunenden Besuchern vorbei. Durch ein Fernglas kann man die größer und kleiner werdenden Punkte auf dem Meer beobachten. Schaut man genau hin, kann man auch die Offshore-Windparks mit bloßem Auge erspähen.
Wir selbst haben den Bordershop nicht besucht, er soll aber laut des Campingplatzinhabers mit seinem reichhaltigen Angebot durchaus sehenswert sein.
Wir folgten dem Weg auf dem Deich einige Meter entlang nach links an einer duftenden gelben Blumenwiese vorbei, suchten Muscheln und genossen unser erstes Fischbrötchen des Urlaubs. Es sollte nicht das letzte sein, aber das beinahe Leckerste.


„Grüner Brink“

Genau genommen waren wir am Strand an der Grünen Brink. Der allein ist schon ziemlich schön: Sandbänke und meterlanges flaches Wasser laden zum Sonnen und Spielen ein. Ein Restaurant direkt am Meer, eine Strandkorbvermietung, weißer Sand, der weich unter den Füßen kitzelt. Der Ort ist beliebt, dementsprechend auch etwas stärker frequentiert, von sehr voll aber noch immer weit entfernt.
Eigentlich ist der „Grüne Brink“ ein Naturschutzgebiet. Etwa 134 Hektar umschließt das Areal, welches vielen seltenen Wasservögeln Nistplätze bietet.
Das Gebiet erstreckt sich zwischen Deich und Ostsee. Erst durch den Bau des Deiches konnte der Grüne Brink entstehen. Durch den Deich veränderten sich die Strömungsverhältnisse des Meeres und es bildeten sich lange schmale Sandstreifen, die als Nehrung bezeichnet werden. Durch diese Nehrungen bildeten sich Binnenseen, die langsam versandeten. Heute fließt nur noch bei Hochwasser Salzwasser in die kleinen Binnenseen.

Das einzige, was wir an diesem Tag von den bis zu 170 Vogelarten zu sehen bekamen, die dort nisten können, war eine kleine, weiße Feder, die leicht auf dem Meer tanzte.
Wir verbrachten mehrere Stunden damit, durchs knöchelhohe, warme Wasser zu waten, unseren Proviant zu plündern, uns von der Sonne die nassen Beine trocknen zu lassen und diesen Augenblick zu genießen.
Als wir den Strand mit sonnenroten Wangen verließen, frischte der Wind bereits auf und die Sonne stand tief am Himmel.

„Ostseestöpsel“ bei Westermerkelsdorf

Klingt irgendwie witzig, oder?
Dachten wir uns auch, als ich die Landmarke auf Google Maps entdeckte.
Ich wäre gern mit dem Fahrrad über den Deich entlang der See gefahren. Aus Platzgründen mussten wir diese aber zu Hause lassen. Also fuhren wir die etwa 15 Minuten wieder mit dem Auto über offizielle und nicht so offiziell aussehende Straßen, die wieder in einem ganz offiziellem Parkplatz endeten. Selbstverständlich wieder inklusive Fischbrötchenverkauf.
Nach der Überquerung des Deichs ist klar, warum dieses Ding im Wasser als „Stöpsel“ bezeichnet wird. Es sieht haargenau genau so aus, wie ein überdimensionierter Badewannenstöpsel. Wir haben Freude daran uns auszumalen, was passieren würde, wenn man ihn ziehen würde.
Beispielsweise würde das Wasser über Rohre ins Erdinnere laufen und in der Nordsee wieder heraus kommen. Oder falls es auf der Erde von unten zu heiß werden würde, würde man das Wasser der Ostsee nutzen um so für Abkühlung zu sorgen.
Was sind eure Ideen?


Aber was hat es mit dem Gebilde, das da schief im Wasser steht nun wirklich auf sich? Oben ein zehneckiger Betonkranz, auf einem runden Fuß, der im Meer verschwindet. Auf der Oberfläche ein schwarzer Fleck, der darauf schließen lässt, dass da etwas fehlt.
Es handelt sich um einen Pegelmesser mit Leuchtfeuer, der kreuzende Schiffe davor bewahren sollte auf Grund zu laufen. Dies ist in den Jahren zuvor dort einige Male passiert. 1935 wurde der Pegel errichtet. Neben leuchten war seine Aufgabe bei Sturmfluten die Wasserstände zu messen. Das tat der Pegel zuverlässig bis 1942.
Im Packeis eines Winters neigte sich der Pegel. Nach Ende des Winters bekam er die Schräglage, die er auch heute noch hat und ist damit ein Anziehungspunkt für die Besucher der Insel.
Leuchtturm „Westermerkelsdorf“

Knapp einen Kilometer entfernt vom Ostseestöpsel ragt der Leuchtturm „Westmarklersdorf“ in die Höhe. Wir liefen über den Deich, direkt über eine Schafweide, das Rauschen der Wellen im Ohr. Einige mutige Schafe trauten sich an uns heran. Andere wiederum ignorierten uns gänzlich.


Der alte Leuchtturm mit einer Höhe von 17,7 Meter wurde 1881 errichtet und tat bis 2021 seinen Dienst. Zuverlässig wies er Schiffen auf dem Weg durch den Fehmarnbelt die Richtung. Er versorgte übrigens auch den Pegel (Ostseestöpsel) mit Strom. 2021 wurde ein neuer, 26 Meter hoher Turm errichtet, der den moderneren Anforderungen gerechter werden soll.
Heute steht der alte, achteckige Turm unter Denkmalschutz und ist für die Öffentlichkeit leider nicht zugänglich.
Wer trotzdem einen Ausflug zum Leuchtturm plant, kann sich – saisonal bedingt – mit wilden Brombeeren den Bauch vollschlagen. Die wachsen nämlich rund um den Leuchtturm in Hülle und Fülle. Auch für die Freunde der modernen Schatzsuche gibt es einen Geocache unweit des Leuchtturms. Wir konnten diesen Ausflug also als vollen Erfolg verbuchen.
Aussichtsturm „Utkieker“

„Utkieker“ ist plattdeutsch und leitet sich aus folgenden Worten ab: „ut“ bedeutet soviel wie „aus“ und „kieken“ „gucken“.
Im Oktober 2021 wurde der Turm am Yachthafen Burgtiefe erbaut, seit 2022 ist er für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Aussicht, die man vom 16,5 Meter hohen Turm hat, ist durchaus sehenswert. Man kann den Blick über Burgtiefe, den Yachthafen, den Burger Binnensee und die offene See gleiten lassen. Bei gutem Wetter soll sogar der Blick bis Dänemark möglich sein. 72 Stufen oder ein Fahrstuhl führen Besucher zur 360°-Aussicht.
Der Aussichtsturm ist rund um die Uhr geöffnet und frei zugänglich.



Wir parkten ein wenig abseits und schlenderten die letzen ein bis zwei Kilometer zum Aussichtsturm durch den Yachthafen. So passierten wir die ein oder andere Fischbrötchenbude und ein ausgemustertes Rettungsschiff der SAR-Flotte. Ein riesiges Herz, an dem Verliebte ihre niemals endende Liebe mit einem Schloss besiegeln können, lag ebenfalls auf dem Weg.

Auf dem Rückweg genehmigten wir uns ein Fischbrötchen und genosssen die Abendstimmung im Hafen. Ausflügler kehrten von ihren Touren zurück und Wingsurfer versuchten sich bei mäßigem Wind auf ihren Boards zu halten.
Es herrschte reges Treiben auf dem Wasser, während wir ziemlich entspannt von einer der vielen Bänke zusahen, wie sich der Tag dem Ende entgegen neigte.
U-Boot & Seenotrettungsmuseum
Das U-Boot Museum

Das von der Bundesmarine ausgemusterte U-Boot U 11, ist das Highlight der Ausstellung. Zugegeben: es ist nicht das größte U-Boot und auch nicht das spektakulärste. Nichtsdestotrotz faden wir Ausstellung wie U-Boot durchaus spannend. In den Ausstellungsräumen erfährt man das ein oder andere über die Geschichte der U-Boote und deren Einsätze auf den Weltmeeren. Der Fokus liegt auf beiden Weltkriegen sowie der deutschen U-Boot-Flotte in der Nachkriegszeit. Ein Beitrag über die Entstehung des Museums und den Aufbau des U-Bootes runden den Museumsbesuch ab.
Gebaut wurde das 44 Meter lange (kurze?) U-Boot von 1966 bis 1968, im Einsatz war es bis 1998. Während seiner Dienstzeit legte es beinahe 178.000 Seemeilen zurück – eine beachtliche Distanz, die beinahe beeindruckender ist als das Boot selbst.
Ausstellungsraum und Boot sind in der Tat nicht besonders groß, es ist ein eher kurzweiliger Ausflug. Im Boot selbst kann man alles anfassen und durchs Periskop schauen. Dementsprechend … angegrabbelt schaut es auch hier und da bereits aus. Aber immerhin war das U-Boot auch mehr als 2.100 Tage auf See unterwegs…

Das Seenotrettungsmuseum

Quasi direkt neben dem U-Bootmuseum befindet sich das Seenotrettungsmuseum. Wie der Name schon sagt gibt es hier jede Menge Wissenswertes über die Geschichte der Rettung von Menschen auf See. Das Museum ist interaktiver gestaltet als das U-Boot Museum. Man spürt, dass hier Enthusiasten bei der Planung und Umsetzung am Werk waren. Die Liebe zum Detail ist kaum zu übertreffen.
Insgesamt verbrachten wir hier viel mehr Zeit, weil wir jede der Schranktüren hinter denen sich Tonbeiträge, Schiffsmodelle, Texte, Bilder, Videos oder historische Gegenstände der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS), genau inspizierten. In einem separaten Raum liefen mehrere Filme über die Geschichte zur Seenotrettung, die man allesamt von einem bequemen Sofa aus anschauen konnte. Auch ein Film über die „Arwed Emminghaus“ wird gezeigt. Umso spannender ist es, das Schiff anschließend selbst zu erkunden.



Inhaltlich knüpfen die Exponate der Ausstellung an die „Arwed Emminghaus“ an. Den Namen bekam das legendäre Schiff vom gleichnamigen deutschen Journalisten und Nationalökonom, der sich nachhaltig für die Gründung der organisierten Seenotrettung einsetzte. Das Schiff war bis zu Beginn seines zweitens Lebens, 2013 als Ausstellungsstück, voll funktionstüchtig und im Einsatz. Beginn der Amtszeit als Rettungskreuzer war übrigens im Jahre 1965. 18 Knoten brachte die Emminghaus aufs Wasser.
Meeresweltenzentrum

Ich war, was diesen Punkt auf unserer Ausflugsliste betraf, skeptisch. Ich bin kein großer Freund davon Fische in kleine Becken zu stecken. Denke ich aber an Sea Life finde ich es gleichermaßen schön die Welt der Merresbewohner abzutauchen.
Es gab das ein oder andere Highlight – von farbenfrohen Fischen, über ein großes Haifischbecken und einen Tunnel, der durch eines der Becken führt.
Wir ließen uns Zeit, inspizierten jedes Becken, lasen jede Infotafel und probierten aus, was man ausprobieren konnte. Trotzdem war der Aufenthalt eher kurzweilig. Wer mit Erwartungen á la Sea Life ins Meeresweltenzentrum geht, wird meiner Meinung nach enttäuscht. Über die in die Jahre gekommenen Becken können auch die buntesten Fische nicht hinwegtäuschen. Früher gab es anscheinend einen Souvenirshop oder/und ein kleines Bistro im Aquarium. Heute sieht dieser Bereich nicht mehr besonders einladend aus. Sucht man die Toiletten, kann man der Nase folgen.


Insgesamt fanden wir den Besuch im Aquarium ok. Kinder können sich die Nasen an den Becken förmlich platt drücken. Farbenfrohe Fische, Exemplare, die man länger suchen muss, weil sie sich so gut tarnen, Meeresbewohner, denen man lieber nicht begegnen möchte – es gab von allem etwas zu sehen. Hier und da luden Bänke zum Verweilen ein. Die Rahmenbedingungen sorgen für viele Abstriche. Da hätte ich irgendwie … mehr erwartet; grade weil man es schon anders gesehen hat und man nirgendwo vorbei kommt, ohne Werbung für das Meeresweltenzentrum zu sehen.
Ich möchte noch einmal betonen: Es handelt sich hier um die Eindrücke, die wir während unseren Aufenthaltes gemacht haben. An diesem Tag war wetterbedingt besonders viel los. Vielleicht ist man einfach nicht hinterher gekommen, vielleicht war im Hintergrund etwas los, von dem wir nichts mitbekommen haben.
Ich möchte niemandem zu nahe treten, jeder der anderer Meinung ist, hat vielleicht andere Erfahrungen gemacht. Jeder, der sich selbst ein Bild machen möchte, kann das tun – ich beschreibe nur, was wir erlebt haben und wie es sich für uns zu einem gewissen Zeitpunkt abgebildet hat.
Schmetterlingspark

Die Betreiber unseres Campingplatzes empfohlen uns den Schmetterlingspark unbedingt zu besuchen. Da Einheimische ja bekanntlich die besten Tipps haben, folgten wir der Empfehlung.
Im tropischen Klima der Halle flatterten uns schnell riesige, farbenfrohe Atlasfalter und deren Artgenossen um die Köpfe. Über 40 verschiedene Arten kann man bewundern – ein Highlight sind die Puppen. Hier kann man mit ein wenig Glück beobachten, wie sich die Schmetterlinge den Weg ins Leben bahnen.


Neben Schmetterlingen gibt es einige Vögel, die sich im Unterholz verstecken. Fische, Leguane und Schildkröten leben ebenfalls im Schmetterlingspark.
Da Schmetterlinge keine Berührungsängste kennen, landet auch hin und wieder ein Exemplar auf einem der Besucher. Wir hatten sehr viel Glück: Außer uns war zur Zeit des Besuches nur eine andere Familie im Park. Wir hatten die 1.000 m2 also beinahe für uns allein.
Von einer Galerie aus, auf der das Leben der Schmetterlinge für die kleinsten Besucher erklärt ist, überblickt man den ganzen Raum. Überall flattert und fleucht es – selbst nachdem wir schon drei mal in jedem Winkel waren, inspizierten wir alles noch zwei Mal. Hätte uns die hohe Luftfeuchtigkeit von 80% dann nicht doch zu schaffen gemacht, wären wir vermutlich noch länger geblieben.
Karls & Galileo Wissenswelten
Karls Erlebnisdorf


Kein Urlaub an der Ostsee ohne den obligatorischen Ausflug in Karls Erlebnisdorf, oder?! Wir besuchten das Dorf in Warnsdorf, bei Lübeck.
Unsere erste Attraktion: die Traktorbahn. Kaum hatte unser Fahrzeug den Einfahrtbereich verlassen, blieb es auch schon wieder stehen. Haben wir etwas kaputt gemacht? Was war los? Nichts rührte sich mehr. Einige Minuten später kam einer der Angestellten und teilte uns mit: Die Fahrt sei vorerst vorüber. In Warnsdorf und Umgebung gab es einen Stromausfall. Das haben wir so auch noch nicht erlebt! Zum Glück gibt es ja auch Dinge, die ohne Strom funktionieren: Kartoffelsackrutsche, Matschbahn, Ziegen und Wellensittiche beobachten, Stockbrot backen. Am Ende war der Strom nach einer knappen Stunde wieder da, wir konnten Traktor fahren, mit Wasserpistolen auf Plastikfeuer schießen und Souvenirs shoppen.
Typisch Karls eben… Aber ich bin selbst viel zu viel Kind um NICHT zu einem Karls Erlebnisdorf zu fahren.
Galileo Wissenswelt

(Tatsächlich auch das einzige Bild, das wir dort gemacht haben. Wir waren zu sehr mit Experimentieren beschäftigt!)
Naturwissenschaften und Geschichte zum Anfassen?! Hätte es diese Art von „Museum“ schon zu meiner Schulzeit gegeben, wäre ich in den naturwissenschaftlichen Fächern vielleicht besser gewesen….
Verstehen durch Anfassen ist das Motto des Museums. Technik und Naturkunde werden auf 3.200 m2 begreifbar gemacht und anschaulich erklärt.
Das Museum ist in zwei Bereiche aufgeteilt, ich habe sie schon erwähnt: Naturkunde und Technik.
Im Bereich Naturkunde wird die Entwicklung der Erde abgebildet. Fossilien, Mineralien und Modelle von Dinosauriern stehen im Mittelpunkt. Eine monströse Gänsehaut verursachten die riesigen Abbilder von Insekten, die man ebenfalls „bewundern“ kann. Wesentlich spannender fand ich den Erdbebensimulator oder die Skelette und Schädel der Dinosaurier.
Im Themenbereich „Technik“ steht das Experimentieren im Vordergrund. Technisch-physikalische Phänomene werden mit interaktiven Experimenten erklärt. Es gibt historische Ausstellungsstücke, die die Geschichte der Physik erklären. Absolutes Highlight: eine kurze Blitzvorführung mit einer Teslasupule. Wir hatten Glück und waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Wem das noch zu wenig Interaktivität ist: im Außenbereich kann man mit einer Lore fahren. Selbstverständlich muss man die Muskelkraft hierfür selbst aufbringen. Verschiedene Kurbeln im Wasser laden dazu ein sich anzuschauen, wie man Wasser nach oben bewegen kann.
Die meiste Zeit verbrachten wir beim Gold schürfen und in der riesigen Buddelkiste auf der Suche nach Halbedelsteinen.
Das innere Kind in mir schreit bei solchen Museen gradezu Hurra!
Das Steinlabyrinth

Direkt nach den ersten Schritten, die wir nach der Ankunft in der Nähe des Deiches Richtung Meer machten, fielen uns die unzähligen großen Steine auf, die überall lagen. Einige Menschen haben Herzen und Initialen auf die Wiese gelegt. Andere haben „Fehmarn“ oder kurze Botschaften hinterlassen.
Bei einem unserer Spaziergänge entdeckten wir ein riesiges Labyrinth – gelegt aus Steinen! Die Begeisterung war groß, mindestens genau so große wie das Labyrinth selbst. Gelegen zwischen zwei großen, wilden Rosensträuchern wurde es zum festen Bestandteil unseres allabendlichen Spaziergangs.
Wir genossen die Sonnenuntergänge, den Wind, der uns die Haare verwuschelte und die frische Salzluft, die um unsere Nasen wehte. An einem anderen Tag hatte jemand begonnen Steintürmchen zu bauen. Wir bauten einige Türmchen dazu. An einem der folgenden Tage trafen wir den ersten Türmchenbauer wieder, es folgte eine kurze, lustige Unterhaltung über das Wachstum von Steintürmchen.


Vom Labyrinth aus beobachteten wir Angler, Kiter, mutige Hasen, aßen wilde Brombeeren – kurzum: wir genossen unsere Auszeit in vollen Zügen.
… und zum Schluss

Spätestens als wir unsere sieben(hundert) Sachen im Auto verstaut hatten und den Campingplatz, der die vergangenen Wochen unser zu Hause war, Richtung Heimat verließen, wurde mein Herz schwer und der Kloß in meinem Hals schwoll auf Tennisballgröße an. Ich schlich die schmalen Straßen Richtung Autobahn viel langsamer als nötig. Vielleicht lag es auch dran, dass meine Augen vom Abschiedsschmerz ein wenig vernebelt waren.
Mir fehlte der Wind in den Haaren und die frische Brise schon Minuten nach der Abfahrt. Viel lieber wäre ich geblieben – für eine lange unbestimmte Zeit. Vielleicht auch nicht zwingend an diesem Ort, sondern einfach nur unterwegs. #ImKopfWeltenbummlerin

Inzwischen bin ich mir sicher: Mein Herz blieb an der See, genießt auch jetzt noch den Blick in die Ferne, die untergehende Sonne, das Rauschen der Wellen, den Sand, genau wie den Sturm und den Regen, von dem auch wir nicht in Gänze verschont wurden.
Unweigerlich muss ich an den Rosaroten Panther denken: „Heut’ ist nicht alle Tage, ich komm’ wieder, keine Frage.“ Mit diesem Wissen und der Tatsache, dass ich nicht sofort wieder im Alltag ankomme, fällt die Heimreise ein wenig leichter.

Ein Kommentar zu “einfach Meer”