Es sind wieder diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Das „vergangene“ Jahr ist noch nicht so richtig vergangen, das „neue“ Jahr hat noch nicht so richtig begonnen.
Ich erinnere mich noch, wie ich den Beitrag mit dem sehr ähnlichem Titel für 2021/22 verfasst habe. Wie sehr sich die Tage damals zogen – ihr wisst schon: der Kaugummi unterm Schuh an einem extrem heißen Sommertag. Dieses Jahr vergehen die Tage wie im Flug. Das einzige, was wie ein Kaugummi an einem warmen Sommertag klebt, sind die Gedanken in meinem Kopf, die nicht so recht herauswollen.

Zwischen den Jahren bedeutet für mich auch immer ein wenig zwischen der Zeit. Dieses Jahr ist es anders. Dieses Jahr ist der Kopf schon im Neuen. Den Moment zwischen der Zeit und kein Teil der vergehenden Zeit zu sein, hatte ich dieses Jahr schon. Zwischen Ende und Neuanfang. Zwischen Erleben und Begreifen. Das macht es mir schwer meine Gedanken in Worte zu fassen.
Wenn ich letztes Jahr schon geschrieben habe, dass 2021 höher hinaus und tiefer unter die Haut ging, trifft diese Aussage auf 2022 noch viel, viel mehr zu. 2022 ging so tief unter die Haut, dass ich zwischenzeitlich wirklich dachte, es sei für die Ewigkeit. Viele schlaue Menschen wussten vor mir: Nichts ist für die Ewigkeit.
Und was auch viele schlaue Menschen schon vor mir wussten: Je mehr man plant, desto mehr trifft einen der Zufall. #Hallo2022 = #HalloZufall

Da waren so viele Ideen und Pläne:
Im Januar stand der Plan für den Malerweg im Juni. Vorher ein paar lange und kurze Wanderungen; insgesamt sollten es mehr als 2021 sein. Um die 30 Wanderungen hätten es dann sein müssen. Ambitioniertes Ziel…
Unterm Strich waren es am Ende acht.
Und der Malerweg? Sich am Jahresanfang um Unterkünfte zu kümmern, ist leider viel zu spät. Zwei oder drei hatte ich, die Option hin und her zu fahren kam für mich nicht in Frage – obwohl es durchaus eine Option gewesen wäre. In meinem Kopf musste es am Stück sein. Das mit dem „mir selbst im Weg stehen“ kann ich noch immer ziemlich gut. Vielleicht gab es auch noch ein bis zwei andere Gründe, die diese Entscheidung beeinflussten. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagte – und sage ich mir auch noch immer.
An dieser Stelle, lasst euch gesagt sein: Gebt eure Träume nicht auf, weil sie bei anderen für Aufstoßen sorgen. Glaubt an das, was ihr tun wollt. Glaubt an euch. Findet einen Weg der Mensch zu sein, der ihr sein wollt.
Rückblickend ist es so einfach gesagt sich selbst zu finden, nachdem man sich einmal verloren hat. Unter Umständen ist es ein weiter Weg. Aber vielleicht müssen wir gar nicht suchen wer wir sind, sondern uns einfach daran erinnern, wer wir schon immer waren. Vielleicht ist Glück auch zu wissen, dass da Sonne nach dem Regen, Liebe nach dem Schmerz, ist.

2022 – es war ein Jahr Achterbahn. So viel Glück und so viel Traurigkeit so nah beieinander. Hätte ich es nicht erlebt, würde ich es nicht glauben. Jetzt ist es, was es ist; und es ist in erster Linie eines: vorbei.
All die unausgeführten Pläne werden aufgewogen von anderen Erlebnissen, die wenn gleich sie nicht geplant waren, trotzdem so unglaublich schön waren. Meine Worte reichen von zauberhaft bis unerwartet und vollkommen überraschend. Knapp 300 km auf dem Rücken eines Rollers – mindestens genau so anstrengend wie 50 km wandern! 🙈 Und mindestens genau so schön.
Ich habe keine Vorsätze für 2023. Ich möchte nicht abnehmen, nicht damit aufhören oder mit jenem anfangen. Ich möchte nicht dies und das planen. Der Zufall – das Schicksal, das Universum (wie auch immer, man es nennen möchte) – wird diese Pläne eh wieder über den Haufen werfen. Ich habe Ideen, lose Fäden, deren Enden sich finden werden. Daran glaube ich, darauf vertraue ich.
Ich bin ein Reisender, ein Suchender. Mein Herz will hoch hinaus. Meine Seele mit den Gedanken über weite Felder fliegen. Dichte Gedankenwälder, die jeden Schritt mit ihrem moosigem Untergrund dämpfen, durchschreiten. Hinabtauchen in das Meer der Gedanken, um dort, am Grund, die Perlen zu finden, nach denen sich keiner zu tauchen traut, weil sie zu tief verborgen liegen.

„Die Welt sehen, Dinge, an die heranzukommen gefährlich ist, hinter Mauern blicken, sich näher kommen, einander finden und fühlen, das ist der Sinn des Lebens.“ Das Motto des Life-Magazins, Walter Mitty machte es vor.
Und falls jetzt jemand sagen sollte: „Walter Mitty gibt es doch nur im Film, der ist gar nicht real!“ John Lennon war es. Und er sagte: „Ich glaube an Feen, Mythen, Drachen. All das existiert, auch wenn es nur in deinem Kopf ist.“
In diesem Sinne – glaubt an euch, an eure Träume. Glaube an dich, an deine Träume.
Ich wünsche dir einen guten Rutsch in ein atemberaubendes, spannendes, befreiendes und zugleich fesselndes, mit Licht und Liebe gefülltes, traumhaftes und gleichermaßen realistisches Jahr 2023. Ich wünsche dir Flügel und Wurzeln, ich wünsche dir Kraft und Zuversicht. So viel wie möglich und so wenig wie nötig von allem – außer vom Glück und der Weisheit es zu erkennen, hiervon wünsche ich dir alles Glück und alle Weisheit der Welt.
Auf ein Neues. 🦋♾️✨
