… und kein Ende in Sicht. Oder doch?
„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man bekommt.“
Der Vergleich ist wohl recht passend, wenn man so will: Zu Beginn des Jahres stand eine gut gefüllte Schachtel der schokoladigen Leckereien vor meiner Nase. Ich wollte jede probieren, herausfinden ob sie auch wirklich so lecker schmeckt, wie sie aussieht. Fühlen, wie die Schokolade auf meiner Zunge schmilzt und ihren ganzen Geschmack entfaltet. Ist sie süß? Oder bitter? Welche Überraschung die Füllung wohl für mich bereithält? Cremig? Knusprig? Beides? Oder ganz unverhofft anders?
Achtung, Spoiler: an der ein oder anderen Praline hätte ich vielleicht vorher riechen sollen um herauszufinden, ob sie wirklich probieren sollte. Immerhin hat man die Nase ja nicht nur als Richtungsanzeiger im Gesicht.

Januar, Februar: Im Zeichen des Neuanfangs. Neue Wohnung. Neue Pläne, neues Leben. Ich hatte sogar Vorsätze für dieses Jahr, die sich kurz vorm Ende des selbigen dann doch in Rauch aufgelöst haben.
März: endlich Frühling, endlich wird es wieder wärmer. Endlich wieder raus, endlich ist die Winterstarre vorbei und endlich spüre ich wieder, wie sehr ich leben, lachen, staunen kann. Ich glaubte so fest an meine Vorsätze, dass es mir heute beinahe ein wenig naiv vorkommt.
April, Mai, Juni: Der Sommer steht vor der Tür, Träume werden für einen Moment greifbar. Ich habe Hunger auf mehr, wenngleich die ein oder andere Praline schon einen unschönen Beigeschmack hat.
Juli, August: Es ist ein Rausch! Vollkommen benommen vom Sommer tanze ich auf Bergen, auf Brücken, an Seen und in meinem Geist.
September, Oktober: Der Herbst stellt sich ein, es wird kühler. In Gedanken, im Herzen hänge ich noch so sehr am Sommer, dass ich sein Dahinscheiden nicht wirklich wahrnehme. Der Rausch trägt mich an Grenzen und darüber hinaus.
November: Mit einem Schlag ist es kalt, die Tage sind zu dunkel, zu kurz. Die Starre des Winters übermannt mich. Ich erinnere mich an die Besenheide. Irgendwo glaube ich gelesen zu haben, dass sie in ihrem blühenden Zustand überwintert und im Frühjahr, in der Wärme der ersten Sonnenstrahlen, dann neu austreibt. Diesen Gedanken halte ich fest, ich bewundere dieses Heidekraut für seine schlichte Schönheit.
Dezember: Weihnachten steht vor der Tür. Im Lichte von drei brennenden Adventskerzen schreibe ich diese Zeilen, während die Kälte und die Dunkelheit mich in meine vier Wände treibt. Ich schaue zurück und lasse das Jahr Revue passieren, besinne mich auf die wichtigen, die wertvollen Dinge in meinem Leben. Ich sammle Kraft – und schmiede vielleicht neue Vorsätze.

Ich bin verwöhnt vom Sommer, möchte ihn zurück, das gleiche Jahr fast so noch einmal erleben – einige Entscheidungen noch einmal genau so treffen, andere lieber komplett löschen.
Es gab so viele Pläne in diesem Jahr, so viele Ideen. Einige Pläne wurden zu Erinnerungen, andere blieben Pläne – wie auch die Wanderung über den Malerweg. Andererseits waren da auch so viele neue Ideen, die die Zeit in goldene Erinnerungen verwandelt hat. Über einige werde ich in den folgenden Wochen noch schreiben, andere werde ich ganz nah bei mir tragen und in meinem Kopf still einrahmen.
Wenn ich jetzt zurück blicke, fällt es mir noch immer schwer das komplette Bild des Puzzles zu sehen. Vertieft in die einzelnen Bilder, nehme ich Teil für Teil in die Hand, betrachte es, verliere mich darin.

Nur ein paar der Puzzleteile…
In den kommenden Wochen mehr davon.
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| Über das Glück (eine philosophische Wanderung) | Hoch, höher, Brocken (ein Tagesausflug und ein Abschied) | #läuft mit Holly zum Greifenstein |
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| Am Ende der Welt Kap Arkona | Die Reise zum Gleisbergbruch #hollyreist | der falsche Lilienstein – Pfaffenstein |
Eine bunte Schachtel voller Pralinen… ich glaube den Rest lasse ich einfach übrig. Denn eigentlich mag ich gar keine Schokolade.
Die Welt sehen,
aus: „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“
Dinge, an die heranzukommen gefährlich ist,
hinter Mauern blicken,
sich näher kommen,
einander finden und fühlen,
das ist der Sinn des Lebens
Vielleicht ist dieses Zitat als Inspiration für einen möglichen Vorsatz für das kommende Jahr eine bessere Grundlage.






Ein Kommentar zu “Ein Jahr Achterbahn”