Wanderung: Die große Runde zu den Schrammsteinen

Oder: Wie nah Verzweiflung und Glück beieinander liegen.

Ich bin mir sicher, ihr kennt es: Wenn die Gefühle Achterbahn fahren und man eigentlich viel lieber aussteigen, statt einsteigen möchte. Ungefähr so ging es mir (und den Mädels) auf unserer Wanderung zur Schrammsteinaussicht. Aber von Anfang an. 

Blick ins Elbtal von irgendwo auf der Route

An einem sonnigen Samstag Vormittag machten wir uns auf den Weg in die Sächsische Schweiz. Startpunkt der geplanten Wanderung zu den Schrammsteinen sollte Bad Schandau sein. Ein Teil der Gruppe fuhr mit Zug und Fähre von Dresden aus an den Bestimmungsort. Der andere Teil mit dem Auto. 

Für mich war es meine erste, große Wanderung seit einer Ewigkeit. Genau genommen, seit etwa 15 Jahren. Denn so lange ist es her, als ich aus dem letzten Sommerurlaub aus den Alpen zurück kam. Die Reise verbrachte ich mit meiner Oma, wir waren in Garmisch Partenkirchen. Kurz schwelgte ich in Gedanken, bevor ich wieder im Hier und Jetzt war. Ich hatte meinen Alltagsrucksack dabei und lief in Turnschuhen – ein Fakt, der sich später mit schmerzenden Füßen rächen würde.

Für die Reise mit dem Zug sollte man etwa 45 Minuten einplanen. Mit dem Wagen benötigt man je nach Verkehr etwa eine Stunde. Parkplätze gibt es im Ort reichlich. Für die Tagesgebühr musste man 5,00 € löhnen – es empfiehlt sich Kleingeld dabei zu haben. Die Parkautomaten akzeptieren keine Geldscheine. Der Fährparkplatz erschien uns als gute Variante um das Fahrzeug sicher abzustellen. 

Der erste Weg führte uns durch Bad Schandau zum ersten Aufstieg über den Schlossbergpfad zur Kunstburgruine. Die Schlossruine Schomberg stammt aus dem 13. Jahrhundert und diente als Warte zur Sicherung des Warentransports. (Quelle: Wikipedia, 14.6.2020 um 23.00 Uhr).

Die Ruine der Kunstburg.

Unser Weg führte weiter durch eine Schrebergartensiedlung mit dem klangvollen Namen „Wurstmanndörfl“, weiter vorbei am Schillerdenkmal. Von dort aus folgte der erste Abstieg des Tages nach Osterau. Wir passierten die Falkensteinklinik um auf den Emma Bank Weg zu gelangen – der eigentliche Einstieg zu unserer Wanderroute. 

Den ersten Aussichtspunkt des Tages erreichten wir recht zügig: Das Lange Horn bot einen wunderbaren Blick ins Tal und den Lauf der Elbe. 

Wir folgten dem Emma Bank Weg zur Schrammsteinbaude. Müde Wanderer können hier einkehren. Leere Flaschen wurden aufgefüllt und es folgte der nächste Aufstieg über den Lattenrund zur Nassen Tilke (Route TK 12).

Schließlich erreichten wir den Vorderen Torstein und der Aufstieg zur Schrammsteinaussicht war das letzte Hindernis, dass vor uns lag. 

Man mag es kaum glauben – aber Unwohlsein auf Grund von Höhe und rutschigen Leitern, war an diesem Tag öfter Thema als vermutet. Trotz des flauen Gefühls im Magen, genossen wir eine wunderschöne Aussicht. Auch das Naturschauspiel eines nahenden Gewitters, war wunderschön zu beobachten.

Etwas zügiger als geplant (mit Blitzen und Donnergrollen im Nacken) stiegen wir über den Grat zum Elbleitweg ab. 

Der Rückweg führte uns zum Schrammsteintor über die Nasse Tilke und den Lattengrund zurück zur Schrammsteinbaude. Wir folgten dem Elbbankweg zurück nach Ostrau, genossen im strömenden Platzregen Wassereis und Bier (nein, es gibt leider kein Foto.) und folgten schließlich dem Fahrstuhlweg. 

Der historische Personenaufzug ist ein freistehender Turm, der über eine Brücke mit dem Wanderweg verbunden ist. Bevor man die 50 m ins Tal fährt, kann man auf der Plattform eine (angeblich) wunderbare Aussicht genießen. (Ich persönlich habe einfach die Augen geschlossen, mir vorgestellt ich säße am Strand und hoffte, es sei einfach schnell vorbei.) 

Wir erreichten das Tal (lebend und mit weichen Knie) sicher und begaben uns auf den Rückweg zum Auto. Der Tag sollte sich dem Ende neigen, denn der Regen hatte uns doch etwas ausgekühlt. 

Doch was wir noch nicht wussten – ein kleines Highlight würde es noch geben.

Auf dem Weg trafen wir die aus den sozialen Netzwerken bekannte Influenzerin Yvonne Pferrer und ihren Freund und Musiker Jeremy Grube. 

Da es ja nicht schlimmer sein konnte, einen #fangirlmoment zu erleben, statt mit einem Aufzug 50 m durch die persönliche Krise zu fahren, fassten wir uns ans Herz und sprachen beide an. Nach einem kurzen Austausch über mögliche Spots und Touren, gab es auch noch ein obligatorisches Foto. Eine sehr sympathische Begegnung, die einen so schon runden Tag perfekt machte. 

Abschließend noch einmal die Route zusammen gefasst:

Länge: ca. 17 km

Wir waren etwa 7 Stunden (inkl. Pause) unterwegs. Die reine Gehzeit waren ca. 5 Stunden. 

Bad Schandau, Fährparkplatz
> Kunstburg Schomberg
> Wurstmanndörfl, vorbei am Schillerdenkmal
> Abstieg nach Ostrau
> Emma Bank Weg zur Aussicht Langes Horn
> Emma Bank Weg zur Schrammsteinbaude
> Lattengrund zur Nassen Tilke zum Vorderen Torstein
> Aufstieg zur Schrammsteinaussicht
> Abstieg über Grat zum Elbleitweg
> Schrammsteintor, Nasse Tilke, Lattengrund
> Schrammsteinbaude, Elbleitweg
> Ostrau, Fahrstuhlweg
> Fahrstuhl nach Bad Schandau zurück zum Parkplatz

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